Die Kinderbrotspeisung

Am Rosenmontag ist es immer soweit. Unsere Symbolfigur, der Trommler-Albert zieht mit unseren Kindern bei der Kinderbrotspeisung

durch Burgau´s Straßen. Viele von Ihnen haben sich bestimmt schon oft die Frage gestellt, woher dieses Brauchtum kommt. Das war so:

Bereits vor fast 400 Jahren hat der Magistrat, der heutige Stadtrat, das Kinderbrot im Fasching verteilt. Auf Grund einer Hungersnot sowie der Pest waren die

 Kinder im Jahr 1614 davon besonders von dieser Armut betroffen. Die Kosten für dieses Kinderbrot (Lebensmittel) betrugen 11 Gulden; im Vergleich dazu: für

 15 Gulden konnte man eine Kuh kaufen. Für die damalige Zeit ein sehr hoher Betrag. Über alle Kriege und Veränderungen auch innerhalb der Stadt

wurde diese Kinderbrotspeisung beibehalten, auch in den Zeiten als keine Hungersnot herrschte.

In den Jahren von 1920 - 1935 hat ein älterer Burgauer Bürger, genannt der "Leimer", am Faschingsmontag die Schüler aus der Schule vom Unterricht befreit und

 ist mit ihnen mit einem Leiterwagen durch die Stadt gezogen. Jeder Bäcker, Metzger und Lebensmittelladen wurde besucht und mit lautem Geschrei um Gaben

 gebeten. Ein Spruch aus dieser Zeit: Bretzga raus, Bretzga raus, Hio!

Der Leimer hatte übrigens schon Wochen vorher die Zutaten für die Semmel und Brezen bei den Müllern und Bäckern gebettelt. 1935 verteilte er zum letzten Mal in hohem Alter über 600

Brezen an seine treue Kinderschar. (Burgau hatte damals ca. 2500 Einwohner).

1948 hat Albert Vogele sen. als Trommler-Albert die Kinderbrotspeisung als ältesten Burgauer Faschingsbrauch wiederbelebt. Als Stadtpolizist mit Pickelhaube, Uniform und Trommel ist er

am Rosenmontag zur Schule gegangen, durch´s Schulhaus gezogen und hat trommelnd die Schüler aus den Klassenzimmern geholt und ist mit Ihnen durch die Stadt gezogen.

Heut wird die Rolle des Trommler-Alberts von seinem Sohn Albert verkörpert. Unser Trommler-Albert würde sich ganz besonders freuen, wenn er am Faschingsmontag

(einem schulfreien Tag) mit vielen Maschkerla durch Burgau´s Innenstadt ziehen dürfte.

In diesem Sinn und um die Erhaltung unseres Brauchtums:

BURGA ZUA,, BURGA ZUA,, OHNE STRÜMPF UND OHNE SCHUH!!

HIIO!! HIIO!! HIIO!!

 

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